Behandlungsmöglichkeiten

Obwohl bisher nur wenige klinische Studien durchgeführt wurden, lässt die Grundlagenforschung jedoch ein therapeutisches Potenzial in einer Vielzahl von Krankheiten wie Schizophrenie, Epilepsie oder Hauterkrankungen und verschiedenen Symptomen vermuten. Cannabinoide, einschließlich Cannabidiol, sind starke Antioxidantien. Zusätzlich dazu hat CBD auch angstlösende und stark entzündungshemmende Eigenschaften.

Verschiedene klinische Untersuchungen sowie anekdotische Evidenz (Stichwort: Charlotte Figi) deuten auf ein therapeutisches Potential von CBD bei Epilepsie hin. So zeigte eine prospektive, randomisierte Doppelblindstudie von 1980 an einer kleinen Patientenzahl eine gute antikonvulsive Wirkung. In verschiedenen Tiermodellen wurde eine akute anti-epileptische Wirkung nachgewiesen, ebenso wurde bei früher Gabe von CBD auch ein Schutz vor der Entwicklung von Epilepsien (z.B. im Kindling-Modell) nachgewiesen. Darüber hinaus haben epidemiologische Studien gezeigt, dass die Einnahme von Cannabinoiden das Risiko für das Auftreten epileptischer Anfälle mindert.

Quellen:
Cunha JM, Carlini EA, Pereira AE, Ramos OL, Pimentel C, Gagliardi R, Sanvito WL, Lander N, Mechoulam R. Chronic administration of cannabidiol to healthy volunteers and epileptic patients. Pharmacology. 1980;21(3):175-85. PubMed PMID: 7413719.
Jones NA, Glyn SE, Akiyama S, Hill TD, Hill AJ, Weston SE, Burnett MD, Yamasaki Y,Stephens GJ, Whalley BJ, Williams CM. Cannabidiol exerts anti-convulsant effects in animal models of temporal lobe and partial seizures. Seizure. 2012 Jun;21(5):344-52. doi: 10.1016/j.seizure.2012.03.001. Epub 2012 Apr 19.
Jones NA, Hill AJ, Smith I, Bevan SA, Williams CM, Whalley BJ, Stephens GJ. Cannabidiol displays antiepileptiform and antiseizure properties in vitro and in vivo. J PharmacolExp Ther. 2010 Feb;332(2):569-77. doi: 10.1124/jpet.109.159145. Epub 2009 Nov 11. Pub-Med PMID: 19906779; PubMed Central PMCID: PMC2819831.
Shirazi-zand Z, Ahmad-Molaei L, Motamedi F, Naderi N. The role of potassium BKchannels in anticonvulsant effect of cannabidiol in pentylenetetrazole and maximal electroshock models of seizure in mice. Epilepsy Behav. 2013 Jul;28(1):1-7. doi:10.1016/j.yebeh.2013.03.009. Epub 2013 May 3. PubMed PMID: 23644464.

Bisher wurden noch keine klinischen Studien beim Menschen durchgeführt und es kann deshalb diesbezüglich keine Aussage über die Wirksamkeit getroffen werden.
Jedoch haben mehrere in-vitro Studien und Tierversuche gezeigt, dass neben THC auch CBD wirksam gegen Krebs sein kann. Ein italienisches Forscher Team untersuchte die Anti-Tumor Wirkung von verschiedenen Cannabinoiden und kam zu dem Schluss, dass CBD das wirksamste Cannabinoid bei der Hemmung des Wachstums von menschlichen Brustzellen war. Auslöser dafür war die Induktion von Apoptose (Zelltod) durch das CBD. Diese Beobachtungen wurden durch Wissenschaftler in den USA gestützt, die herausfanden, dass die CBD Exposition zu einer Reduzierung der Anzahl und der Lebensfähigkeit der Leukämiezellen und zur Induktion von Apoptose führt.
Cannabidiol hemmt zudem das ID-Protein, welche eine große Rolle in der Tumorbiologie spielen. CBD ist somit die erste nicht toxische exogene Substanz, welche die ID1-Expression in Brustkrebszellen verringern und zu einer Verminderung der Tumoraggressivität führt.
Laut Forschung am California Pacific Medical Center Research Institute in San Francisco erhöht CBD die hemmende Wirkung von Dronabinol (THC) auf die menschliche Hirnkrebszellproliferation und das Zellüberleben .Die beiden natürlichen Cannabinoide wurden auf zwei Reihen von Glioblastomzellen getestet. THC und CBD wirkten synergetisch hemmend auf die Zellproliferation.
Andere Forschungsgruppen bestätigten die Anti-Krebs-Wirkung von CBD bei Gliomen und Leukämie-Zellen In der Leukämieforschung erhöhte eine Kombination mehrerer Cannabinoide auch die Wirkung gegen Krebs. Der leitende Forscher sagte: „Diese Mittel sind in der Lage, die Entwicklung von Krebszellen zu stören, stoppen sie und verhindern, dass sie wachsen. In manchen Fällen können sie unter Einhaltung spezifischer Dosierungsschemata Krebszellen allein zerstören. In Kombination mit bestehenden Behandlungsmethoden könnten sie möglicherweise sehr effektive Strategien zur Bekämpfung von Krebs darstellen.“

Quellen:
Ligresti A, Moriello AS, Starowicz K, Matias I, Pisanti S, De Petrocellis L, Laezza C,
Portella G, Bifulco M, Di Marzo V. Antitumor activity of plant cannabinoids with emphasis on the effect of cannabidiol on human breast carcinoma. J Pharmacol Exp Ther. 2006 Sep;318(3):1375-87. Epub 2006 May 25. PubMed PMID: 16728591.

McKallip RJ, Jia W, Schlomer J, Warren JW, Nagarkatti PS, Nagarkatti M. Cannabidiolinduced apoptosis in human leukemia cells: A novel role of cannabidiol in the regulation of p22phox and Nox4 expression. Mol Pharmacol. 2006 Sep;70(3):897-908. Epub 2006 Jun 5. PubMed PMID: 16754784.

McAllister SD, Christian RT, Horowitz MP, Garcia A, Desprez PY. Cannabidiol as a novel inhibitor of Id-1 gene expression in aggressive breast cancer cells. Mol Cancer Ther 2007;6(11):2921-7.

Marcu JP, Christian RT, Lau D, Zielinski AJ, Horowitz MP, Lee J, Pakdel A, Allison J, Limbad C, Moore DH, Yount GL, Desprez PY, McAllister SD. Cannabidiol enhances the inhibitory effects of Delta9-tetrahydrocannabinol on human glioblastoma cell proliferation and survival. Mol Cancer Ther 2010;9(1):180-9.

Solinas M, Massi P, Cantelmo AR, Cattaneo MG, Cammarota R, Bartolini D, Cinquina V, Valenti M, Vicentini LM, Noonan DM, Albini A, Parolaro D. Cannabidiol inhibits angiogenesis by multiple mechanisms. Br J Pharmacol. 2012 Nov;167(6):1218-31. doi: 10.1111/j.1476-5381.2012.02050.x.

Scott KA, Shah S, Dalgleish AG, Liu WM. Enhancing the activity of cannabidiol and other cannabinoids in vitro through modifications to drug combinations and treatment schedules. Anticancer Res. 2013 Oct;33(10):4373-80.

Klinische Untersuchungen ergaben, dass die Proliferation von menschlichen Hautzellen durch die Cannabinoide CBD und CBG beeinflusst werden.
Mehrere Studien haben gezeigt, dass Cannabispräparate die Symptome chronischer Hautkrankheiten wie Ekzeme und Psoriasis (Schuppenflechte) lindern können.

Einer im Jahr 2007 veröffentlichten Studie zufolge erwiesen sich alle Cannabinoide – THC, CBD, CBN, CBG und Anandamid – bei der Hemmung der Keratinozytenproduktion in der Epidermis als effektiv; und da es bei der Schuppenflechte um eine Überproduktion von Keratinozyten geht, werden sich diese Befunde bei der weiteren Erforschung der Cannabinoidtherapien zur Behandlung der Krankheit als hilfreich erweisen.

Auch bei der Behandlung von Akne hat CBD seinen therapeutischen Nutzen bewiesen. Die Verabreichung von Cannabidiol an gezüchteten humanen Sebozyten und menschlichen Hautorgankulturen hemmte die lipogenen Wirkungen verschiedener Verbindungen, einschließlich Arachidonsäure und einer Kombination von Linolsäure und Testosteron und unterdrückt die Sebozytenvermehrung durch die Aktivierung der transienten Rezeptorpotentiale der Vanilloid-4 (TRPV4) Ionenkanäle.
Die Studie kommt zu dem Schluss: „Zusammengefasst legen unsere Ergebnisse nahe, daß CBD aufgrund der kombinierten lipostatischen, antiproliferativen und entzündungshemmenden Wirkungen das Potenzial hat, ein vielversprechendes therapeutisches Mittel für die Behandlung von Akne vulgaris zu sein.“

Quellen:
Pucci M, Rapino C, Di Francesco A, Dainese E, D’Addario C, Maccarrone M. Epigenetic control of skin differentiation genes by phytocannabinoids. Br J Pharmacol. 2013 Oct;170(3):581-91. doi: 10.1111/bph.12309.

Wilkinson D.,Williamson E. Cannabinoids inhibit human keratinocyte proliferation through a non-CB1/CB2 mechanism and have a potential therapeutic value in the treatment of psoriasis. Feb. 2007Journal of Dermatological Science , Volume 45 , Issue 2 , 87 – 92

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass CBD ein starkes Antioxidationsmittel ist und die antioxidative Wirksamkeit von Vitamin C oder E übersteigen. Körpereigene biologische Funktionen produzieren reaktive Sauerstoffarten (ROS) wie zum Beispiel Peroxide, Sauerstoff-Ionen und freie Radikale, die gewöhnlich entgiftet werden müssen, um Zellschäden zu mildern.
Wenn der Körper selbst nicht in der Lage ist, diese ROS wirksam zu entgiften, kann der oxidative Stress immer mehr zunehmen, bis die Apoptose (der Zelltod) einsetzt. Oxidativer Stress ist an der Entwicklung diverser fortschreitender Krankheiten beteiligt, wie zum Beispiel an Alzheimer, Parkinson, Fragiles-X-Syndrom und Krebs. Normale Zellen benötigen niedrige ROS-Konzentrationen, um eine gesunde Übertragung der Zellsignale zu ermöglichen. Wenn die fraglichen Zellen von Krebs befallen sind, brauchen sie hohe ROS-Konzentrationen, um die höhere Geschwindigkeit des Stoffwechsels und die steigenden Teilungs- und Wachstumsraten aufrechtzuerhalten. Daher fördert oxidativer Stress für gewöhnlich das Wachstum der Krebszellen. Es konnte jedoch bewiesen werden, dass der durch CBD erzeugte oxidative Stress in bestimmten Krebszelltypen tatsächlich die Apoptose einleiten kann, insbesondere beim menschlichen Brustkrebs

Quellen:
Hampson AJ, Grimaldi M, Axelrod J, Wink D. Cannabidiol and (-)Delta9 tetrahydrocannabinol are neuroprotective antioxidants. Proc Natl Acad Sci U S A. 1998 Jul7;95(14):8268-73.
Perez M, Benitez SU, Cartarozzi LP, Del Bel E, Guimarães FS, Oliveira AL. Neuroprotection and reduction of glial reaction by cannabidiol treatment after sciatic nerve transection in neonatal rats. Eur J Neurosci. 2013 Nov;38(10):3424-34. doi: 10.1111/ejn.12341. Epub 2013 Aug 25.

Weitere therapeutische Nutzen von CBD finden sich bei
– Abhängigkeiten und Entzug
– Adipositas
– Allergien und Asthma
– Alzheimer
– Angststörungen und PTSD
– Diabetes
– Hepatitis
– Ischämie
– Leber- und Hirnschädigungen
– MRSA Keime
– Schizophrenie
– Schlafstörungen
– Sepsis
– Übelkeit und Erbrechen